Wer? Wie ? Was?

Der Name Webmaster Interview, verrät schon das meiste. Hier geht es um Interviews mit SEOs, Webmastern, Affiliates und Bloggern aus der Praxis und vielen anderen Menschen aus Fachbereichen des Internet Business.

Die Interviews sollen als Denkanstöße, Motivation und Ideenpool für angehende und fortgeschrittene Webmaster in ihren Fachbereichen dienen.

Ihr habt was zu sagen? Her damit!

Ihr seid Webmaster, Blogger, Seo, Affiliate, Merchant oder Programmierer?!?
Euer Fachgebiet ist Usability, Social Media Optimization, Search Engine Marketing oder Landing-Page Design?!?

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Webdesigner Florian von designbote.com im Interview

designbote.comBitte stell doch dich und deinen Blog kurz vor.
Ich bin Florian, im Web immer wieder auch als »Designer23« zu finden. Ich werde demnächst 36, fühle mich meistens aber jünger, weil es in der Welt doch so viel zu entdecken gibt. Das ist wohl auch der Grund für meinen Design-Fachblog »Design Bote«, den ich 2007 aus der Taufe gehoben habe. Damals noch als designer23.com stelle ich inzwischen unter der URL meines Nick meine Arbeiten als Designer vor. Design Bote besteht unter diesem neuen Namen und in dieser Form seit 2008. Hier berichte ich mit einigen anderen Autoren regelmäßig über News und Trends der Design-Szene und stelle vor allem neue Logos, Websites und Corporate Identities vor.

Über mich und meinen Werdegang ist detailliert alles in meiner Vita nachzulesen. Was nicht darin steht ist, dass ich eine Tochter habe, mit der ich gerade viel Zeit verbringen darf, was mir neben der öffentlichen Arbeit rund um das Thema Design am meisten am Herzen liegt. Dennoch kostet die Arbeit an Design Bote sicherlich die meiste Freizeit, was zum Glück durch steigende Besucherzahlen und Reaktionen auch entsprechend honoriert wird.

Wieso hast du den Blog ins Leben gerufen?
Ich wollte eine zentrale Informationsquelle für Design gestalten, die meinen eigenen Wünschen gerecht wird. Das ich das in diesem Maße nicht erreiche, wie ich mir das selbst vorstelle, liegt in meiner leider beschränkten Arbeitskraft begründet. Design ist ein sagenhaft mannigfaltiges Thema und entsprechend viele Blogs gibt es hierzu. Ich wollte gerne einen hohen Informationsgehalt zu neuen Entwicklungen und Terminen der Szene ebenso einfangen, wie persönliche Meinungen. Dazu erschien mir ein Blog das richtige Werkzeug zu sein.

Kannst du uns einige Eckdaten zu deinem Blog geben?
Aber klar! In Spitzenzeiten lesen täglich über 3000 Besucher unserer Artikel. Davon gibt es inzwischen über 400 hochwertige und zum Teil aufwendig recherchierte von aktuell acht Autoren. Ich selber schreibe nach wie vor gut 95% aller Beiträge, was schade ist, da mehr Autoren ja auch mehr Meinung bedeutet. Regelmäßig versuchen die Autoren mit mir als Initiator und Quasi-Chefredakteur Beiträge zu designrelevanten Themen zu veröffentlichen. Ziel ist es, wenigstens täglich einen qualitativen Artikel zu publizieren. Feedleser haben wir auch, fast 2000, und registrierte Mitglieder sind es zurzeit über 200. Der Großteil der Leserschaft (90%) stammt aus Deutschland, gefolgt von Österreich (3%), der Schweiz (3%), Polen (2%) und Italien, die immerhin noch einen Anteil von nahezu 2% der Seitenaufrufe verzeichnen können. Der Anteil an Leser mit einem Apple beziffert sich dabei übrigens auf runde 50%.

Welche Methoden hast du genutzt, um deinen Blog bekannt zu machen?
Zunächst habe ich mich sehr bedeckt gehalten und wollte meine eigenen Qualitäten nur von einem kleinen Publikum beurteilen lassen. Nach und nach habe ich meine Anstrengungen dann aber verstärkt, Besucher zu gewinnen, habe das aber niemals mit viel Druck voran getrieben. Ich glaube daran, dass sich qualitativ hochwertige Beiträge mit der Zeit den Weg bahnen werden – und alles in allem war das bislang auch so. Darüber hinaus habe ich mich stark mit Google-Platzierungen auseinander gesetzt, Pressemitteilungen geschrieben und sogar mal Werbung geschaltet – allerdings in einem sehr überschaubaren Maß. Natürlich bin ich auch hin und wieder auf anderen Blogs unterwegs und kommentiere, wenn ich etwas zu sagen habe. Aber das meiste sage und schreibe ich halt auf Design Bote.

Woher bekommst du die Ideen für neue Webdesigns?
Nicht nur für Web- oder Screen-Designs schöpfe ich selbst viel Kreativität aus der Natur, oder besser gesagt dem Vorbild der Natur. Und selbst wenn man es meinen Arbeiten sicherlich nicht immer ansieht – fast immer steckt eine gewachsene Struktur hinter dem Ergebnis. Blätter, Erdboden, Himmel, Wasser, Stein oder Lebewesen – fast immer liegt hier perfektes Design vor: Die Form folgt der Funktion. Und hin und wieder lässt sich das hervorragend interpretieren und nicht nur auf Illustrationen, sondern eben auch auf den Schirm übertragen.

designer23.com

Was ist deine Herangehensweise an ein neues Webdesign?
Vorbereiten, verwerfen, skizzieren, wieder verwerfen, scribbeln und wieder verwerfen. Die eigene Kritik ist bei mir hoch angesetzt. Ich bin eigentlich nie zufrieden und zumeist damit beschäftigt, das grundsätzlich Profil einer Arbeit zu schärfen. Je nach Zeitrahmen erlaubt mir das auch eine solide Arbeit, oft genug bleibe ich selbst aber hinter meinen Ansprüchen zurück. Webdesign ist häufig schwieriger, als erwartet. Kunden wollen einzigartige Seiten, die aber bitte einen hohen Wiedererkennungseffekt beinhalten sollen. Und damit sind vor allem Elemente gemeint, die prominente Seiten bereits beinhalten. Daran krankt der kreative Prozess sehr oft. Wenn ich also weiß, was dem Kunden wichtig ist, versuche ich alle Elemente so zu vereinen, dass das Ergebnis unique aber trotzdem bedienbar und vor allem funktional ist. Oft bin ich selbst nicht vollständig damit einverstanden, was später veröffentlicht wird, doch Kunde ist schließlich König.

Welches Programme verwendest du zum Erstellen von Webdesigns?
Im Grunde verwende ich nur Photoshop und TextMate. Früher habe ich GoLive, später dann Dreamweaver verwendet, mochte aber nicht, was sie mit meinen Quellendes anstellen. Deshalb schreibe ich heute den gesamten Code selbst, was in XHTML zum Glück ja auch überschaubar ist. Aber ich bin kein Informatiker und kranke immer an tiefer greifenden technischen Lösungen, und nicht alle Visionen kann ich selbst technisch realisieren. Das versuche ich dann durch stetes Try-and-Error wett zu machen.

Gibt es spezielle Plugins oder Webtools die du als Designer empfehlen kannst?
Nein, im Grunde nicht. Das beste Tool eines Designers ist nach wie vor sein Kopf. Und ich würde mir ein kreatives Designer-Paradies wünschen, in dem jeder Kreative sich voll und ganz auf den gestalterischen Part besinnen kann und sich keine tiefgreifenden Gedanken um technische Machbarkeiten machen müsste – und eben gar keine Plugins oder Webtools brauchen würde.

designer23.com

Was hältst du aktuell vom stark diskutierten Microblogging-Dienst namens Twitter?
Sehr zwiegespalten empfinde ich bei Twitter, ebenso wie bei Social Communities. Twitter schafft es meiner Meinung nach nicht, dem Begriff Blogging überhaupt gerecht zu werden. Sinnvoller wäre vielleicht der Begriff Multitrashing-Dienst. Ich nutze Twitter, habe Followers und folge selbst. Und das meiste, was ich lese ist unsinnig, aus dem Zusammenhang gerissen oder schlechtweg falsch. Für kleine Gruppen, die sich auch “analog” zusammenfinden mag Twitter als Erweiterung der Kommunikation eine lustige und manchmal spannende Quelle darstellen. Darüber hinaus halte ich den Dienst allerdings für deutlich überbewertet. »Masse statt Klasse« trifft es wohl am Besten.

Was würdest du rückblickend betrachtet auf deinem Blog anders machen?
Vieles. Ein schärferes Profil ein durchdachteres Konzept von Anfang an. Ich kann gar nicht sagen, wie viel Zeit ich mit der Neu-Formatierung von Beiträgen verbracht habe, weil allein die Form zunächst nicht klar war. Aber Design Bote war ein Freizeit-Projekt und ist es bislang auch geblieben – und deshalb ist es nur recht und billig, sich auszuprobieren und auch Fehler machen zu dürfen. Allerdings glaube ich, dass ich mehr kommentierende Leser hätte, wenn ich den Informationsgehalt meiner Beiträge reduzieren würde. Inzwischen bekomme ich aber so viele positive Rückmeldungen ebengerade wegen der Ausführlichkeit der Artikel, dass ich hier nicht zurückrudern möchte. Von Anfang an ein kompakteres Format hätte wohl aber die offensichtliche Diskussion mehr gefördert und mir eine Menge Zeit gespart.

Dein Tipp für alle Blogger, die erfolgreich einen Blog aufbauen möchten?
Geduldig und beharrlich sein. Einen Blog aufzubauen ist in Zeiten der Informationsfluten des Web kein leichtes Unterfangen – und ich sehe, dass es themenspezifischen Seiten dabei noch schwerer fällt. Aber wer sich selber treu bleibt und auch längere Durststrecken überwindet wird sicherlich einen – vielleicht auch nur – kleinen Leserkreis erobern und vielleicht sogar neue Freunde finden. Zunächst interessiert sich kein mensch für die eigenen Beiträge – und das ist schon extrem frustrierend. Aber mit der Zeit setzt sich Qualität durch und dann kommen auch Leser, die dann vielleicht auch gewillt sind, in Form von Kommentaren, Briefen oder E-Mails zu reagieren. Und das ist dann doch schon wirklich großartig!

Vielen Dank an Florian für das Interview!





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  • 2 Responses to “Webdesigner Florian von designbote.com im Interview”

    1. chrisNo Gravatar Says:

      Mal wieder ein sehr ausführliches Interview aus dem man einiges lernen kann, lese hier fleissig mit da ich immer gute Tips brauchen kann! Macht weiter so!

    2. FrankNo Gravatar Says:

      Ja, der Twittermeinung kann ich zustimmen. Ein völliges Massennachrichtenportal. Ich bin gerade beim Aufbau meines Bloges und nutze dabei auch Twitter. Vor allem ist es komisch, dass man einfach so Leuten folgt ohne zuvor ein Einverständnis gegeben zu haben. Bei mir handelt es sich dabei um 11 Leute! (Aber ich bin auch kein Twitterexperte.)

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