Interview mit kunstundso.com – “Man lernt über Blogs am meisten, indem man einen unterhält”
Bitte stell doch dich und deinen Blog kurz vor. Als ich 1994 zum ersten mal den Breakedance-Film „Beatstreet“ gesehen habe, und sich der Charakter „Lee“ wie ein Roboter bewegt hat, bin ich sofort vor dem Fernseher aufgestanden und habe es selber probiert. Da war ich gerade mal 13 Jahre alt. Ein 1 Jahr und etliche Wiederholungen des besagten Filmes später, bin ich dann mit meinem guten Freund Rocco Menzel zusammen auf einem klassischen Schul-Talentefest mit einer Robot/ Pantomime Nummer aufgetreten. Wir wurden sofort für eine weitere Veranstaltung engagiert. Damit war der Grundstein für die Zukunft gelegt. Seitdem bin ich unter der Formation metroccolis als Mime und Performancekünstler weltweit unterwegs. Das ist was ich liebe, das ist was ich tun möchte! Im Blog Kunstundso geht es genau darum: Wie kann man aus einer Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten? Dieses Ziel umfasst Themenbereiche wie Selbstvermarktung, Gedankenexperimente und Konzentration auf das Wesentliche.
Wieso hast du deinen Blog ins Leben gerufen? Durch das Schreiben des Blogs lerne ich unheimlich. Für mich ist es eine Sammlung an Themen und Gedanken, die sonst vielleicht in einem Ordner auf dem Rechner verstauben. Über ein Thema zu lesen ist eine Sache, sich mit dem Thema so weit auseinander zu setzen, um es jemand anderem nahe zu bringen, erfordert mehr Details. Schwerpunkte müssen von mehreren Seiten beleuchtet werden. Dabei wird das Gebiet, welches man bearbeitet, weiter vertieft. Ich habe bis 2008 etwas „Richtiges“ studiert und war enttäuscht über das tote Wissen, welches ich teilweise vermittelt bekommen habe. Wie man in meinem Artikel „Learning on Demand“ nachlesen kann, bin ich ein Verfechter, sich Spezialwissen auf Bedarf anzueignen und nicht „auf Vorrat“. Mit den Themen, die im Blog behandelt werden, beschäftige ich mich sowieso. Also kann ich mich auch so intensiv damit beschäftigen, dass ich es anderen erklären kann. Das ist eine Win-Win Situation. Ich lerne und vertiefe die Themen. Und die Leser finden eine Zusammenfassung meiner Recherchen.
Welchen Stellenwert hat das Internet in deinem Leben? Das digitale Zeitalter stellt Freiberufler und Künstler auf Augenhöhe mit den großen Firmen. Jedermann kann schnell und kostengünstig produzieren, kommunizieren und reproduzieren. Die Mittelsmänner fallen weg. Jeder, der heutzutage sein Geld mit der Vermittlung von Waren und Dienstleistungen verdient, sollte sich nach einem neunen Job umschauen. Durch den Wegfall dieser Barrieren können wir mit Kunden direkt verhandeln. Unsere Videos sind 24 Stunden, 7 Tage die Woche weltweit verfügbar. So kommen auch Buchungen aus Israel oder Korea zustande. Dies wäre ohne das Internet unvorstellbar.
Kannst du uns einige Eckdaten zu deinem Blog geben? Den Blog gibt es seit Februar 2009. Aber erst seit Januar 2010 schreibe ich im Schnitt regelmäßig 2 Posts pro Woche. Die Besucherzahlen wachsen stetig. Da ich gleichzeitig auch etwas mit Werbung und SEO experimentieren möchte, werde ich regelmäßig Einnahmen und Besucherzahlen veröffentlichen. Es lohnt sich regelmäßig vorbeizuschauen.
Beruflich bist du Pantomime, du hast dein Hobby zum Beruf gemacht. Viele Blogger und Webmaster würden das bestimmt auch gerne mit ihren Projekten. Wie schwer war der Weg? 14 Jahre gehe ich nun meiner Leidenschaft nach, 5 davon professionell. Das hat eine Weile gedauert. Für den Fall, dass es eine längere Durststrecke gibt, muss man natürlich bereit sein, auch mal einen Schritt zurück zu gehen, um später zwei nach vorn anzutreten. Wie bei einer Aktie schlagen die Wellen des Erfolges und Misserfolges weit aus. Erst nach einer gewissen Zeit kann man erkennen, wie sich die Sache entwickelt. Ich habe immer daran geglaubt und daran gearbeitet, damit es funktioniert. Die entscheidende Faktor sind Ausdauer und Biss.
Durch deinen außergewöhnlichen Beruf kommst du viel herum. Hast du das Gefühl , dass das Internet in den meisten anderen Ländern der Welt denselben Stellenwert hat wie in Deutschland? Ich bemerke eher einen unterschiedlichen Stellenwert in den Generationen. Der ist in allen Ländern gleich. Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, der weiß dies mehr zu schätzen. Ältere Generationen haben oft Berührungsängste. Das ist schade aber auch ein Stück weit verständlich. Glücklicherweise lernt die gesamte Industrie dazu und gestaltet Webseiten einfache und intuitiver.
Welche Methoden hast du genutzt, um deinen Blog bekannt zu machen? Ich benutze Facebook und Twitter, um neue Posts publik zu machen. Des Weiteren suche ich den Kontakt zu anderen Bloggern.
Wie viele Stunden in der Woche investierst du in deinen Blog? Das kann ich nur schätzen, da ich nicht genau auf die Uhr schaue. Im Schnitt schätze ich den Aufwand auf ca. 10 Stunden pro Woche. Jeder weiß, wie schnell man sich in den Weiten des Netzes verlieren kann, dann wird es oft länger.
Welche Blogs verfolgst du selbst regelmäßig? Ich habe einige RSS Feeds abboniert aber ich finde meist nicht die Zeit, alles komplett zu lesen. Zu meinen Favoriten gehören:
Selbstständig im Netz
We make money not art
How to change the world
Dein Tipp für alle Blogger, die einen Blog aufbauen möchten? Man lernt über Blogs am meisten, indem man einen unterhält. Es gibt zwei Grundstrategien, Man kann viele kurze Posts schreiben, dass bringt vor allem bei News- und Techblogs Punkte. Oder man schreibt weniger und dafür mit mehr Tiefe und Qualität. Ich habe mich für die letztere Variante entschieden. Gute Artikel finden dann selbst nach Jahren noch Leser. Die Details lernt man später. Es gibt Blogs wie Problogger, die sich speziell nur damit beschäftigen, wie man seinen Blog verbessern kann. Der wichtigste Punkt ist einfach zu beginnen.
Vielen Dank an Stefan für das Interview!






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