Interview mit Jan von tervooren.de – “Sei immer offen für Neues und Unbekanntes”
Bitte stell doch dich und deinen Blog kurz vor.
Mein Name ist Jan, ich wurde Anfang der 70er Jahre geboren und gehöre daher unmittelbar der Generation Golf an. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich zum größten Teil als Dipl.-Ing. der Elektrotechnik in der IT & Kommunikationsbranche. Nebenberuflich flicke ich Rechner meiner Privat- und Firmenkunden zusammen und kümmere mich um deren Netzwerke etc. An einigen Wochenenden lege ich als DJ auf und weil das immer noch nicht reicht betreibe ich mit 2 guten Freunden zusammen eine kleine Firma (Stony Broke GbR) für Veranstaltungstechnik, wir verleihen Licht- & Tontechnik, machen digitale Mehrspur-Live-Mitschnitte und mischen Live-Bands ab, wobei ich dann hinterm Mischpult stehe. Perfekten Ausgleich finde ich unter anderem in der digitalen Fotografie. Wenn ich mit meiner Kameraausrüstung los ziehe kann ich wunderbar abschalten. Die zweite Leidenschaft, die mich schon seit frühester Kindheit begleitet, ist die Musik. Ich komponiere und arrangiere meine eigenen Tracks im Chillout und Ambient Style und spiele die Keyboards in unserer kleinen Feierabend-Rockband. Und genau um diese beiden Leidenschaften dreht sich auch alles in meinem Blog auf www.tervooren.de sodass der er den Titel Faszination Musik & Fotografie trägt. Zum Inhalt wird alles was im Entferntesten mit diesen beiden Hobbys zu tun hat. Der Vollständigkeit halber kommen weitere Themen aus IT & Kommunikation dazu sowie ein Veranstaltungskalender in dem hauptsächlich lokale Kultur- und Veranstaltungstermine erscheinen.
Wieso hast du deinen Blog ins Leben gerufen?
Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen … Ich beschäftige mich seit ungefähr 1993 mit dem Internet bzw. dem Webdesign. Damals, als das Internet in Deutschland noch relativ wenig verbreitet war, hatte ich die Möglichkeit den Zugang unserer Uni kostenlos zu nutzen. Ich kann mich noch relativ gut daran erinnern, ich wohnte noch zu Hause und habe damals 30 Meter Telefonkabel quer durch das gesamte Wohn- und Treppenhaus gespannt, nur um mich mit einem 28k Modem in das Uni-Netz ein zu wählen. Das hatte nur begrenzte Kapazität und man musste nicht selten 1 bis 1 ½ Stunden warten, bis man endlich eine freie Leitung bekam. Naja und so ging’s dann mit nächtlichen Surf-Sessions los bis es irgendwann anfing langweilig zu werden, nur passiv am Internet teilzunehmen, ich wollte selber was im Internet machen und so beschäftigte ich mich dann schon bald mit html und Javascript, als Editor benutzte man damals MS Frontpage (Oh Graus), die ersten Seiten sahen furchtbar aus, bunt, alles flackerte, man machte sich keine Gedanken über Aufbau, Inhalt, Usability etc. Die langen Einwahlzeiten des Uni-Zugangs wurden dann auch allmählich unerträglich und es folgte der erste „eigene“ Onlinezugang mit dem ersten eigenen Webspace. Die Seiten wurden immer durchdachter, das Design ständig besser. Ich wechselte damals fast monatlich den Aufbau und die Gestaltung meiner Seiten und es kamen ständig neue Domains dazu, ein wunderschönes Hobby war geboren. Damals, als Student, programmierte ich auch nebenbei für Firmen Internetauftritte und verdiente mir so ein bisschen Taschengeld dazu. Auf das 28k Modem folgte bald ein 56k Modell, danach ein ISDN-Zugang bis zur heutigen DSL-Technik. Irgendwann wurde es dann ruhiger um meine Webdesing-Aktivitäten, das letzte große Projekt waren die Seiten www.wetterstation-rhede.de wo es nicht primär um das Thema Webdesign ging sondern um weitaus mehr: Ich baute eine Wetterstation auf inklusive Wetterserver, eine Empfangseinrichtung für Wetter-Satellitenbilder, baute entsprechende Antennen etc. Zu dem Zeitpunkt hinkte ich der Internet-Technologie auch ein ganzes Stück hinterher, ob es daran lag, dass ich zu vielen anderen Hobbys den Vortritt lies oder für eine Zeit lang die Lust verloren hatte, ich weiß es nicht mehr so genau. Erst als ich aus Neugier verschiedene CMS bzw. Blog-Systeme wie Typo3, WordPress und Joomla auf einem eigenen kleinen Webserver testete wurde ich wieder neu vom Webdesign Virus infiziert. Ich bin bei WordPress hängen geblieben, da mir das System auf Anhieb zusagte. Daraus entstand dann auch letztendlich mein Blog www.tervooren.de sowie die Homepage unserer kleinen Veranstaltungsfirma www.stony-broke.de und, naja mal sehen, ich habe noch ein paar Domains „auf Halde“ liegen, was in Zukunft noch so kommen wird, eventuell stelle ich meine Wetterseiten auch noch auf WP um.
Kannst du uns einige Eckdaten zu deinem Blog geben?
Der Blog www.tervooren.de ging Anfang des Jahres 2010 live und wurde komplett mit WordPress realisiert. Der Server, der leider etwas schwach auf der Brust ist wird von Strato gehostet. Die Besucherzahlen wachsen langsam aber stetig. Ich versuche den Inhalt mindestens alle 2-3 Tage zu aktualisieren.
Welchen Stellenwert nimmt Fotografieren in deinem Leben ein?
Mittlerweile ist die Fotografie (neben der Musik) eine der wichtigsten Ausdrucksformen in meinem Leben, eine Art Ventil und Ruhepol zugleich. Auch wenn es sich polemisch anhören mag aber seit dem ich fotografiere sehe ich die Welt mit anderen Augen, viel intensiver und analytischer. Die Fotografie wie auch die Musik sind für mich eine Art Kunst. (Meine) Kunst muss auch nicht jedem gefallen, Kunst muss man auch nicht verstehen. Das was ich als meine Kunst bezeichne und verstehe macht in erster Linie mir Spaß, wenn andere meine Art der Kunst schön finden so freut mich das natürlich besonders.
Fotografieren ist eine Kunst für sich. Was empfindest du, wenn du ein Foto, welches dich viel Arbeit gekostet hat, von anderen Leuten schlecht geredet wird?
Och, ich denke ich kann damit umgehen, ich sag ja auch im Gegenzug, ob mir eine Fotografie, ein Gemälde oder eine Skulptur gefällt oder nicht. Kunst muss man in erster Linie nicht verstehen, sie muss einem gefallen oder auch nicht. Wenn allen alles gefallen würde, wäre die Welt sehr eintönig. Wichtig ist mir allerdings eine produktive Kritik, wenn jemand sagt, dass ihm meine Fotos nicht gefallen, dann möge er dies bitte auch begründen.
Du hast sehr viele Hobbys und nebenbei auch noch einen Beruf ;-)? Wie viele Stunden in der Woche investierst du in deinen Blog und die dort veröffentlichten Fotografien?
Der (Haupt)Beruf geht (leider) vor, ohne Job gäbe es schließlich keine Hobbys. Aber ich schaffe es dennoch jede Woche zwischen 5 und 15 Stunden Zeit in meinen Blog und die Nachbearbeitung und Archivierung meiner Fotografien zu stecken. Meine Kameraausrüstung bzw. einen kleinen Teil davon habe ich so gut wie immer dabei sodass ich auch eben mal schnell ein paar Aufnahmen machen kann. Größere Fotoprojekte und -Touren werden entsprechend langfristig geplant und finden meistens an Wochenenden statt. Immerhin kommen so mittlerweile (in Stoßzeiten) zwischen 500 und 2000 Fotos pro Woche zusammen, wobei natürlich auch viel Ausschuss dabei ist, doch gerade das Aussortieren und Sichten der Aufnahmen stellt einen wesentlichen Teil der Arbeit dar.
Hast du schon einmal Probleme wegen deinen Bildern bekommen? Also mit Menschen, denen es nicht gefallen hat, dass du von ihnen Bilder machst? Oder auch andersrum, dass deine Bilder ohne dein Wissen und deine Zustimmung von anderen genutzt wurden?
Glücklicherweise nicht. Grundsätzlich sollte man aber stets den Wunsch anderer respektieren, wenn sie sich unwohl dabei fühlen fotografiert zu werden. Auch sollte man darauf achten, dass Urheberrechte anderer gewahrt bleiben.
Wenn du einem angehenden (Hobby-)Fotografen 3 Tipps mit auf den Weg geben müsstest, welche wären das?
Gehe stets mit offenen Augen (und Ohren) durch die Welt und versuche die Dinge auch aus verschiedenen Richtungen und Blickwinkeln zu betrachten. Sei immer offen für Neues und Unbekanntes. Sei neugierig, habe Phantasie und setze Dich auch mal vorsichtig und experimentierfreudig über vermeintliche Grenzen und Regeln hinweg. (Diese Tipps gelten übrigens nicht nur in der Fotografie sondern lassen sich auf das gesamte Leben übertragen). Der größte Fehler, den ich auch zu Beginn häufig gemacht habe, knipse nicht einfach drauf los sondern überlege Dir vorher ein Thema und stell Dir selbst Aufgaben und Projekte.
Welche Blogs verfolgst du selbst regelmäßig?
Einen speziellen Blog gibt es da eigentlich nicht. Ich treibe mich oft und gerne auf einigen Blogger-Portalen herum und besuche so wahllos andere Blogs, gefallen sie mir, schaue ich genauer hin, bookmarke sie und komme auch gerne ab und zu wieder. Die Themen der Blogs die mich interessieren sind Design & Fotografie (wie sollte es auch anders sein), IT-Themen sowie Musik und Veranstaltungs- & Tontechnik.
Was würdest du rückblickend betrachtet auf deinem Blog anders machen?
Schwer zu sagen, eigentlich ist ein Blog doch eine Dauerbaustelle, irgendetwas findet man immer, was einem nicht (mehr) gefällt, was erweitert oder ausgetauscht werden muss. Ich bin auch ein ziemlich selbstkritischer Mensch, der seine Arbeit oft (vielleicht sogar zu oft) kritisch hinterfragt und so kommt es auch, dass mir (m)ein Design nach kurzer Zeit nicht mehr gefällt und ich wieder alles oder vieles über den Haufen werfe und neu mache. Was ich allerdings in naher Zukunft definitiv ändern bzw. verbessern muss ist die Server-Performance. Ich werde daher bald den Anbieter wechseln bzw. mir irgendwo einen eigenen Server hinstellen, auf dem ich dann alle Domains zusammen hosten kann.
Dein Tipp für alle Blogger, die erfolgreich einen Blog aufbauen möchten?
Das ist eine schwere Frage für jemanden, der sich selbst noch zu den blutigen Anfängern in der „Szene“ der Blogger betrachtet. Ich denke, das Wichtigste ist, dass man seinen Blog und seinen gesamten Internetauftritt zu Beginn gut plant und strukturiert und wenn er erst einmal live gegangen ist, ständig pflegt und aktuell hält. Man muss versuchen, sich in seine Besucher hineinzuversetzen und zu überlegen, ob man als Besucher die eigenen Seiten besuchen und auch länger darauf verweilen würde oder ob man gleich wieder weiter surfen würde, Stichwort Selbstkritik ist also angebracht.
Vielen Dank an Jan für das Interview!






Mai 29th, 2010 at 17:50
Hi Sascha,
danke für das Interview, war mal eine Interessante Sache. Hab das natürlich auf auf meiner Seite thematisiert ;)
Wünsche Dir weiterhin noch viel Erfolg und viele Besucher für Dein Projekt!
Mai 29th, 2010 at 20:13
Hey Jan, es freut mich das es Interessant für dich war. Auch dir weiterhin viel Erfolg!