Wer? Wie ? Was?

Der Name Webmaster Interview, verrät schon das meiste. Hier geht es um Interviews mit SEOs, Webmastern, Affiliates und Bloggern aus der Praxis und vielen anderen Menschen aus Fachbereichen des Internet Business.

Die Interviews sollen als Denkanstöße, Motivation und Ideenpool für angehende und fortgeschrittene Webmaster in ihren Fachbereichen dienen.

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Euer Fachgebiet ist Usability, Social Media Optimization, Search Engine Marketing oder Landing-Page Design?!?

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Interview mit Jan über seinen Politik Blog

blog.jan-filter.deBitte stell doch dich und deinen Blog kurz vor.
Ich bin Jan Filter, 28 Jahre alt, komme aus Hoopte, einem winzig-kleinen Ort in Niedersachsen, direkt an Hamburgs südlicher Grenze an der Elbe gelegen und zur Stadt Winsen (Luhe) gehörend.
Ich bin politisch nicht nur interessiert sondern auch aktives Mitglied sowohl bei der FDP, als auch bei ihrer Jugendorganisation, den Jungen Liberalen.
Mein Blog gibt es seit August 2006 und während ich anfangs überhaupt keine echten Schwerpunkte hatte, sondern sogar über die eine oder andere St.-Pauli-Tour oder andere Belanglosigkeiten gebloggt habe, schreibe ich heute fast nur noch über Politik, ergänzt durch einen kritischen Blick auf den Wandel der Medien insgesamt und einige wenige andere gerade irgendwie interessanten Dinge.

Wieso hast du den Blog ins Leben gerufen?
Um ehrlich zu sein habe ich es eigentlich nie wirklich “ins Leben gerufen”, sondern wollte bloß mal schauen, was die WordPress-Software, also dass wahrscheinlich meist verbreitetste Blog-System, so taugt. Mein Blog war also die ersten 1-2 Wochen nichts als ein kleiner Test – aber eine Blogsoftware kann man nur richtig testen, wenn man auch Artikel hat. Also habe ich angefangen, ein paar zu schreiben. Und dann schnell gemerkt, dass ich daran noch viel mehr Freude habe, als einfach nur für andere Leute Websites aufzusetzen, was ich damals viel gemacht habe.
Man kann sagen, dass ich rein zufällig zum Blogger geworden bin.

Welche Einnahmequellen nutzt du auf deinem Blog?
So wirklich gar keine. Ich habe zwar seit ein paar Tagen mal versuchsweise eine Amazon-Anzeige geschaltet aber das ist wirklich mehr eine Art Experiment, als dass ich mir ernsthaft brauchbare Einnahmen davon erhoffe. Ich überlege zwar immer wieder mal, ob und wenn ja wie ich da nicht ein bisschen mehr herausholen könnte und sollte. Aber wirklich brauchbare Angebote, die einerseits wirklich ein bisschen Geld bringen und auf der anderen Seite den Leser nicht nerven oder mich gar zu bestimmten Inhalten “zwingen”, sind mir bisher nicht untergekommen.

Kannst du uns einige Eckdaten zu deinem Blog geben?
Okay also da hätten wir gut 1.200 Artikel in etwas über drei Jahren, dazu über 4.600 Kommentare von Lesern und mir selbst (denn ich reagiere praktisch auf jeden Leserkommentar – man bloggt ja schließlich auch aus Freude am Austausch und der Debatte). Je nachdem, wieviel ich schreibe, klicken sich derzeit am Tag meistens zwischen 250 und 500 Besucher in mein Blog.

Welchen Wert legst du auf SEO und wie viele deiner Besucher kommen über Suchmaschinen?
Aktiv nicht sehr viel aber WordPress ist da offenbar schon von Haus aus relativ gut. Meine wichtigste SEO-Maßnahme hiess eigentlich immer, vernünftige Inhalte schaffen. Und das klappt auch. Gerade zu Beginn kamen ja fast alle Besucher über Suchmaschinen, weil kein Mensch meine Website kannte oder kennen konnte. Mittlerweile ist das anders, da kommen dann doch die meisten Besucher direkt über Eingabe der Internetadresse und nur ein geschätztes Drittel der Leute kommt tatsächlich noch über die klassischen Suchmaschinen. Ein steigender Teil findet aber auch über Twitter oder Facebook zum Filterblog. Ich gehe davon aus, dass solche Wege schon bald enorm wichtig für Webmaster sein werden und setze bei der Verbreitung meiner Artikel daher mehr auf social networking, als auf technische Suchmaschinenoptimierungen. Ich mache mir ja auch nicht die ganze Arbeit um Zufallsbesucher anzulocken, sondern möchte schon am liebsten wirklich politisch interessierte Leute erreichen. Das geht über Facebook & Co eindeutig besser.

Welche Methoden hast du genutzt, um deinen Blog bekannt zu machen?
Einer Handvoll Menschen habe ich es mal tatsächlich gezeigt, mich ansonsten in einige dieser Blogverzeichnisse eingetragen und meine Seite natürlich bei Google, Yahoo usw. angemeldet.
Viel wichtiger war aber wohl das Hinterlassen von Kommentaren auf anderen Blogs, bei denen man ja seine Internetadresse auch jedes Mal angeben und so ein bisschen bekannter machen kann – sofern man halbwegs interessante Sachen schreibt. Wichtig gerade in Bloggerkreisen war und ist außerdem noch das Verlinken von besonders geschätzten Kollegen, also das führen einer Blogroll. Darüber kamen dann recht schnell auch wieder Links, vor allem aber regelmäßige Leser zurück.
Kommentare und Blogrolls sind ja überhaupt eine tolle und sehr zielgruppengerechte Werbung, weil dort, wo ich viel lese, sich auch viel potenzielle Leserschaft durch die Seiten klickt und irgendwann dann auch mal auf Links zur eigenen Seite stößt.
Eine besondere Rolle spielten außerdem für mich immer bestimmte Aggregate, also Seiten, die die Artikel verschiedener thematisch ähnlicher Blogs sammeln und ihrerseits veröffentlichen. Das erste davon war das leider derzeit inaktive “JuLi-Blogs.de”, über dass ich zunächst vor allem unter den Jungen Liberalen und eben eher freiheitlich gesinnten Menschen in ganz Deutschland ein bisschen bekannter geworden bin.
Heute wird mein Blog sogar von der Bundes-FDP unter liberale.de aggregiert, was insofern eine gewisse Ehre darstellt, als dass dort neben meinem nur vier andere Blogs in ähnlich prominenter Weise verlinkt werden.

Woher beziehst du als Blogger immer die Neusten Informationen?
Von praktisch überall. Ich habe (viel zu) viele Newsfeeds abonniert, lese, wenn ich Zeit dazu habe, mehrmals täglich bei Twitter rein und schaue mir natürlich auch die Meldungen der großen Nachrichtenmedien an.
Da Kommunalpolitik ungeachtet meiner aus dem ganzen Land stammenden Leserschaft stammenden Leserschaft immer wieder ein Thema ist (ich bin, wie gesagt, FDP-Ortsverbandsvorsitzender) kommt auch gelegentlich Input über unsere örtlichen Zeitung, die es allerdings auch im Jahr 2009 nur in gedruckter Form gibt.
Ab und zu bringt mich auch mal eine persönlich geführte Debatte dazu, anschließend meine Gedanken und Thesen zu einem Artikel zu machen.

Welche Blogs verfolgst du selbst regelmäßig?
Zuviele, um sie alle aufzuzählen. Die wichtigsten sind nach wie vor die großen liberalen Blogs der “Bissigen Liberalen“, des Antibürokratieteams sowie Zettels Raum. Hinzu kommt eine Vielzahl kleinerer Blogs von JuLi-Kollegen und anderen Menschen mit interessanten Meinungen. Und natürlich bin ich auch regelmäßig auf Blogs mit ganz anderen Parteinähen unterwegs, denn was deren Autoren so denken, interessiert mich ja auch.
Abseits der Politik gibt es auch einige Blogs zu Themen aus Technik und Medien, die ich mir regelmäßig ansehe aber auf diesem Gebiet bekommt man auch viel über andere Kanäle wie eben Facebook oder Twitter mit.

Was würdest du rückblickend betrachtet auf deinem Blog anders machen?
Nicht viel, eigentlich. Vor allem der chaotische, weil ungeplante Start ist zwar als Anekdote ganz hübsch, war aber sicher nicht so optimal. Zum Beispiel würde ich heute meine Kategorien von Anfang an völlig anders aufbauen, weil ich das damals sehr spontan und relativ systemlos getan und zu lange so beibehalten habe. Aber solche Details sind ja doch eher Geschmacksfragen, als dass sie inhaltich wirklich wichtig wären.
Vielleicht würde ich heute mein Blog von Anfang an unter einer eigenen Adresse, statt unter einer Subdomain führen und ihm dadurch auch über die Adresse so eine Art Markennamen geben. Jetzt möchte ich daran aber auch nicht mehr großartig rumschrauben, es funktioniert ja schließlich auch so ganz gut.
Ansonsten habe ich nicht viel falsch gemacht, meine ich. Bloggen ist immer ein Prozess – man entwickelt sich halt weiter, auch was Interessen und Schwerpunkte angeht. Ein Blog, dass ich heute starten würde, würde natürlich völlig anders aussehen als mein Start vor drei Jahren aber das Filterblog steht eben auch für die Entwicklung und die Erfahrungen, die ich persönlich in dieser Zeit gemacht habe – damals war ich zum Beispiel politisch gar nicht aktiv, das kam erst zustande, als ich mich mit bestimmten Themen als Blogger eingehender beschäftigt habe.

Dein Tipp für alle Webmaster, die erfolgreich einen Blog aufbauen möchten?
“Erfolgreich ein Blog aufbauen” sollte gar nicht der wesentliche Sinn und Zweck des Bloggens sein. Man sollte es gerne tun, also wirklich Freude daran haben. Zuviele Blogs scheitern nämlich daran, dass der Autor nach ein paar Monaten keine Lust mehr hat. Man muss sich schon bewusst sein, dass sich Erfolg vor allem durch eine gewisse Regelmäßigkeit und Qualität einstellt und damit auch ein bisschen Zeit kostet. Die damit verbundene Grundeinstellung darf allerdings auch nicht dazu führen, sich selbst unter einen unerfüllbaren Erfolgsdruck zu setzen. Bloggen ist nunmal kein Job, sondern ein Hobby und als solches sollte man es auch immer betrachten, sonst wird es irgendwann womöglich zu einem Krampf.
Ich hatte von Anfang an die Einstellung, dass ich auch schreiben würde, wenns gar keiner liest. Umso schöner ist dann das Gefühl, wenn man merkt, dass sich doch einige Leute für die eigenen Gedankengänge interessieren und sie vielleicht sogar durch eigene in den Kommentaren erweitern. Ab dem Zeitpunkt fängt das Hobby dann endgültig an, den eigenen Horizont zu erweitern und einem das Leben mit interessanten neuen Bekanntschaften zu bereichen. Kann man etwas Schöneres von einem Hobby erwarten?

Vielen Dank an Jan für das Interview!





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  • One Response to “Interview mit Jan über seinen Politik Blog”

    1. DirkNo Gravatar Says:

      Interessantes Interview, werde mir den Politik-Blog mal ansehen. Hab die Webmaster-Interview-Seite gerade erst gefunden, gute Idee, dieses Projekt!

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