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Der Name Webmaster Interview, verrät schon das meiste. Hier geht es um Interviews mit SEOs, Webmastern, Affiliates und Bloggern aus der Praxis und vielen anderen Menschen aus Fachbereichen des Internet Business.

Die Interviews sollen als Denkanstöße, Motivation und Ideenpool für angehende und fortgeschrittene Webmaster in ihren Fachbereichen dienen.

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Interview mit Infomarketing-Experte Tobias Knoof

digitale-infoprodukte.deHallo Tobias, bitte stell dich und dein Projekt doch einmal kurz vor.
Hallo Sascha, erstmal vielen Dank für das Interview. Mein Weg zum Infomarketer entstand aus der Überlegung heraus, passive Einkommensströme im Internet aufzubauen, also Einkommensarten zu finden, welche einmal angeschoben immer wieder Umsätze generieren. Ich glaube, da gibt es nicht viele Möglichkeiten. Einige davon wären Mieteinnahmen durch Immobilien, wobei hier die Anfangsinvestition viel zu hoch sind, Gewinne an der Börse, bei welcher man aber Unmengen von Fachwissen, Glück und jede Menge Startkapital benötigt oder aber Gewinne durch automatisch gesteuerte Geschäftsprozesse im Internet.

Letzteres funktioniert aus speziellen Gründen besonders gut mit digitalen Informationsprodukten, da diese unendlich replizierbar und verkaufbar sind. Ein physisches Produkt kann nur einmal verkauft werden und muss danach wieder neu hergestellt oder produziert werden. Dies bedingt jedoch auch die niedrigen Margen beim Affiliate-Marketing mit physischen Produkten. Die Margen können nicht höher sein, da jedes physische Produkt nur einmal verkauft werden kann und anschließend mit neuen Produktionskosten wieder erstellt werden muss.

Da jede neue Produkterstellung bei physischen Produkten aufs neue Kosten verursacht, können Margen über einen bestimmten Wert nicht hinausgehen. Der Vertrieb von Dienstleistungen oder physischen Produkten ist daher meines Erachtens nicht sonderlich gut geeignet, um im Internet gutes Geld zu verdienen.

Wieso hast du das inzwischen heiß begehrte Projekt Digitale-Infoprodukte.de ins Leben gerufen?
Ganz am Anfang wollte ich eigentlich nur für mich selbst eine Wissenssammlung zum Thema „Online Marketing“ und „Geld verdienen im Internet mit digitalen Infoprodukten“ anlegen. Seit fast Anfang an bemerkte ich dabei einen regen Zuspruch aus der ganzen Infomarketing-Szene, welche sich mittlerweile in Deutschland rasant weiterentwickelt. Um so schöner ist es natürlich zu wissen, dass praktisch jeder, der irgendwas mit digitalen Infoprodukten zu tun hat, schon einmal über meinen Blog bei www.digitale-infoprodukte.de gestolpert ist. Von den meisten Lesern erhalte ich ausgezeichnetes Feedback, was mir zeigt, dass die eingeschlagene Richtung nicht ganz falsch sein kann.

Es ist paradox, denn oft schreibe ich die Blogposts für „mich selbst“. Ich meine damit, dass ich mir Informationen raus suche und im Internet recherchiere, welche ich ohnehin gerade benötige und auch für meine weitere Entwicklung in Sachen Profi-Marketer von Vorteil sein könnten. Aus den Ergebnissen erstelle ich dann Listen, Checklisten, Anleitungen etc. um Sie natürlich zu allererst auch für mich selbst zu nutzen. Diese Art der „Schreibe“ scheint aber so gut für Blogposts zu funktionieren, dass ich jedem nur empfehlen kann so zu texten und so zu schreiben, als würde man für sich privat die wertvollste Informationssammlung seines Lebens anlegen.

Bitte erkläre uns doch kurz deinen Beruf als Infomarketer. Was machst du den ganzen Tag in den Tiefen des Webs?
Infomarketer sind für mich als erstes einmal Redakteure mit einem starken Hang zum Online-Marketing. Wer sich in keiner der beiden Disziplinen so richtig zu Hause fühlt, wird es auf lange Sicht schwer haben im Infobusiness. Die Messlatte liegt jetzt schon ziemlich hoch, doch nichts desto trotz befindet sich das Infobusiness im deutschsprachigen Raum noch im Larvenstadium.

Mein Tagesablauf teilt sich daher auch relativ gleich in einen „Rechercheanteil“ und einen „Marketinganteil“. In der ersten Tageshälfte beschäftige ich mich also damit, neue Informationen zu recherchieren, zu finden, Blogs, Newsletter und RSS-Feeds zu lesen, Texte zu schreiben und Content zu entwickeln. In der zweiten Tageshälfte sorge ich durch gezielte Marketingaktionen dafür, das möglichst jeder dieser neuen Contentschnippsel soviel wie möglich Traffic auf sich zieht (SEO Optimierungen) und das der Content so effektiv wie möglich publiziert, positioniert und gestreut wird.

Den Tag selber starte ich mit umfangreichen Trainingseinheiten für Körper und Geist, denn in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Ähnlich wie Infokollege Christoph Mogwitz sehe ich es als essentiell an, sich richtig, ordentlich und regelmäßig zu ernäheren, nicht des Hungers wegen, sondern des Energiehaushalts wegen. Nahrungsmittel sind eben die neuen Bausteine des Körpers und wer beim Essen „schlampt“ macht es sich selber schwer.

Wie schwer ist es in Zeiten von „Geiz ist Geil“ noch Infoprodukte gewinnbringend im Internet zu verkaufen?
Ich sehe da keinen Unterschied zwischen der Zeit vor „Geiz ist Geil“ und nach „Geiz ist Geil“. Speziell im Internet achten die Leute seit jeher darauf, Geld zu sparen, Produkte zu vergleichen oder günstigere Angebote zu finden. Das ist für mich kein Problem. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es zudem, anzunehmen, dass man mehr verkauft, wenn die Preise niedriger sind. Meines Erachtens geht es nicht um den Verkauf, sondern um den Gewinn. Und ein Infoprodukt, welches statt 17 EUR z.B. 47 EUR kostet, wird vielleicht ein paar Prozent weniger verkauft. In der Summe ist der Umsatz unter Umständen dramatisch höher.

Ein häufiges Argument, welches ich höre, ist natürlich, dass es ja alle Informationen zu einem Infoprodukt eh im Internet kostenlos gibt. Klar, genauso wie alle Informationen aus den Millionen von Ratgeber-, Business-, Lebenshilfe- und Sachbüchern bei Amazon & Co. Ohne den Wert dieser Bücher schmälern zu wollen, Fakt ist es jedoch, dass man sich auch irgendein Buch aus diesem Angebot nehmen könnte, um nach gleichwertigen aber kostenlosen Inhalten im Web zu suchen. Und mit Sicherheit würden erfahrene Internetuser einiges an entsprechenden Informationen finden.

Aber darum geht es garnicht. Ein Infobusiness ist ähnlich einem Verlag, welcher zu einem bestimmten Thema (Nische) die wertvollsten Informationen bündelt und Interessierten Menschen zur Verfügung stellt. Mit dem Unterschied, das die Informationen sofort downloadbar sind. Erstaunlich dabei ist, das die „Kostenlos“ Argumentation fast nahezu verstummt, wenn man als Infomarketer das Produkt „On Demand“ herstellen lässt und physisch an den Kunden ausliefert. Es geht ja auch um Zeitersparnis, wenn man sich mit einer neuen Thematik beschäftigt. Auch weiß man als Einsteiger nicht, welche Randthemen, Subthemen oder übergeordnete Themen es in einem bestimmten Bereich eigentlich gibt. Bücher schaffen eine Übersicht und sind unverzichtbar bei der ersten Orientierung in einer neuen Thematik. Andernfalls könnte es extrem lange dauern und teuer werden, wenn man das Feld selbst und ohne fremde Hilfe „beackern“ will.

Welchen Tipp würdest du Neueinsteigern im Bereich „Verkauf von Infoprodukten“ geben?
Eigentlich sind es immer wieder die selben Tipps die ich gebe, weil aber auch immer wieder die selben Fehler am Anfang gemacht werden. Wenn man eine gewisse Erfahrung hat, erkennt man das ganze Spielfeld und die in diesem vollzogenen Aktionen der Neueinsteiger in einer Art Vogelperspektive. Und dabei treten immer wieder die selben Fehler auf. Es scheint da eine Art Magnet in Richtung bestimmter Handlungen zu geben (lacht.).

Nein, Spaß beiseide, die häufigsten Fehler beim Verkauf von Infoprodukten sind das Vernachlässigen eines ordentlichen Verkaufstextes, das nicht vorhandensein eines professionellen Verkaufsflows und das Sammeln der Leads im Verkaufsprozess. Ich sehe tatsächlich immer wieder Verkaufsseiten für Infoprodukte, wo nach dem Bezahlvorgang bei Paypal der Käufer auf eine Downloadseite geleitet wird. An keiner Stelle des Verkaufsprozesses wird der Lead gesammelt.

Man hat also nun im schlimmsten Fall viel Geld für einmalige Werbung ausgegeben (erster Fehler), einen neuen Kunden generiert, und kennst nicht nicht mal seine Email (zweiter Fehler) und kann ihn daher später auch nicht mehr anschreiben, um weitere Angebote zu machen, Newsletter zu versenden, Expert Branding zu betreiben, ihn nach seiner Meinung zu fragen oder was auch immer. Nach meiner Sicht ist das das absolute „worst case scenario“. Mein Tipp wäre also, möglichst früh anzufangen, eine große Leadliste aufzubauen und die Leads natürlich auch von den eigenen Kunden nach dem Bezahlvorgang zu generieren. So kann man diesen auch gleichzeitig den Downloadlink nochmal zusenden.

Bis vor kurzem warst du auch Traffic-Marketer bei Yopi.de. Wie muss man sich als Laie so einen Arbeitsalltag als Traffic-Marketer vorstellen?
Ein Traffic-Marketer hat praktisch nichts anderes zu tun, als immer wieder neue Geschäftsmodelle im Internet aufzubauen und zeitnah ein Maximum an Traffic für ein Minimum an Budget auf diesen Seiten zu generieren. Das heißt, es werden Online-Geschäftsmodelle geplant, aufgebaut und umgesetzt und dann mit verschiedenen Trafficmethoden der Traffic gezielt auf gewünschte Webseiten geleitet.

Als Traffic-Marketer greift man dabei fast ausschließlich auf Online-Trafficmethoden zurück. Einige davon wären beispielsweise das Einkaufen von Werbung in Advertiser-Netzwerken, das Einkaufen von Newslettern und Standalone Emailings, das Verteilen von Pressemeldungen in Presseportalen, Fachartikel in Artikelportalen, Blogposts in den eigenen Blogs, Gastartikel in fremden Blogs, das Eintragen von Lesezeichen in Social-Bookmarking Communities, Aufbau und Erstellung von Gewinnspielen, Integration von viralen Scripten, Importern und Invitern in Verkaufsflows, Aufbau von Affiliateprogrammen, Rekrutierung von Joint Ventures etc. etc.

Einer deiner Fachbereiche ist unter anderem das Thema Landingpages. Deine Konversionrates sind ja wirklich beeindruckend. Was gibt es hierbei zu beachten?
Ohh, jede Menge! Gute Klickraten im Online-Business sind nur die halbe Miete. Wichtiger ist es, aus den Interessenten anschließend Kunden oder Käufer zu machen. Eine Aufgabe, die weniger vom Werbemittel, als vielmehr von der dahinter liegenden Landingpage bewältigt werden muss. Zielgruppengesteuerte Landingpages mit der entsprechenden Kundenansprache sind eine Wissenschaft für sich. Aber wenn man weiß, wie es geht, kann die Kauf- oder Anmelderate zu einem Newsletter schnell verdoppelt werden.

Unglücklicherweise verlinken viele Online-Händler ihre Werbung jedoch direkt mit der Startseite des eigenen Angebots. Dies ist meist ein großer Fehler. Denn die durchschnittliche Startseite liefert meist keinen klaren Weg zum gerade beworbenen Produkt und bietet stattdessen ein halbes Dutzend „Trampelpfade“ zu verschiedensten Informationen, durch die sich der Kunde durchwühlen muss, bevor er dann enttäuscht und ungeduldig die Website wieder verlässt. Demgegenüber gibt es sogenannte Landingpages, welche speziell für den Verkauf einzelner Produkte erstellt werden. Viele Webmaster verwechseln jedoch Werbeanzeigen und Landingpages. Zwischen beiden bestehen grundlegende Unterschiede!

Die Aufgabe der Werbung ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Interesse zu wecken und den Interessenten dazu zu bewegen, den Banner oder Hyperlink anzuklicken. Werbung sollte niemals (!) entworfen werden, um Verkäufe abzuschließen. Sogar große, erfolgreiche Unternehmen mit gut bezahlten Werbeagenturen verschwenden ihr Budget auf diese Art und Weise. Viele Kunden (die meisten?!?) entdecken durch Werbung Ihre Firma vielleicht zum ersten mal. Ganz ehrlich, würden Sie ein Produkt von einer Firma kaufen, die Sie zum ersten mal gesehen haben und welche in Form von Werbung ihr eigenes Produkt anpreist?

Mein Tipp: Verkauft NIEMALS eure Produkte über die Werbemittel sondern über die Landingpages oder Salespages. Werbemittel sollen den potentiellen Kunden neugierig machen und die Landingpage soll den Lead sammeln. Verkauft wird erst über die Newsletter und Autoresponder, mit welchen Sonderangebote oder was weiß ich auf den eigenen Seiten beworben werden können. Das heißt, der Verkaufsflow fängt ab „Newsletter“ an, nicht ab „Werbemittel“. Genau deswegen haben doch die Leute keinen Bock auf Werbung, weil Werbung immer verkaufen will, aber genau das ist der Fehler.

Aktuell wird in deinem Blog das Thema Outsourcing nach China, Indien und Pakistan behandelt. Was gibt es dabei im Bezug auf die deutsche Sprache zu beachten?
Deutsch ist natürlich nicht gerade DIE Weltsprache, mit Englisch kommt man da schon sehr viel weiter. Würde sogar sagen, dass man ohne Englisch besonders beim Outsourcing schlechte Karten hat. Die Alternative ist natürlich chinesisch, indisch oder japanisch zu lernen, ist aber auch nicht die schnellste Lösung.

Ansonsten würde ich immer darauf achten, das die einzelnen Projektschritte und Abschnitte genau festgelegt und zeitlich terminiert sind. Bezahlt werden sollte nicht nach Stunden oder Aufwand, sondern nach abgeschlossenen Projekt. 50% Anzahlung sind dabei üblich.

Was würdest du rückblickend in deiner sich schnell entwickelnden „Infomarketer-Karriere“ anders machen?
Naja, das ist natürlich nur eine hypothetische Frage, da man ja eh nichts ändern kann. Und so wie es aussieht, sind ja doch schon eine Menge richtiger Entscheidungen getroffen worden (lacht). Ok, im nachhinein weiß man ja immer alles besser und wenn ich das Gedankenspiel weiter gehe, dann hätte ich mich wahrscheinlich viel eher damit beschäftigen sollen, eine große Liste aufzubauen, Werbung zu schalten, Marketing zu betreiben und im großen Stil Joint-Venture- und Affiliatepartner zu rekrutieren.

Das beste was man meiner Ansicht nach hier machen kann, ist die eigenen Affiliates bis zur Perfektion zu trainieren. Wenn sie dann irgendwann abspringen und andere Produkte betreiben – Pech gehabt – doch das ist im realen Verkaufs- und Vertriebsleben nicht anders. Große Firmen trainieren Ihre Vertriebler bis zum „Erbrechen“ und es ist klar, das diese Firmen Ihre Umsätze regelmäßig massiv nach oben schrauben. Ich denke, ich würde jetzt zu Beginn eine Art Affiliate-Trainingszentrum aufbauen, um mir eine riesige Armee professioneller Affiliates aufzubauen. Sowas könnte man geradezu genial mit einem etwas modifizierten Butterfly-Script erstellen. Eine deutsche Version dieses sehr erfolgreichen Scriptes werden wir wahrscheinlich noch bis zum Ende des Jahres veröffentlichen. Weitere Infos gibt’s dann im Newsletter von www.digitale-infoprodukte.de .

Dein Tipp für alle Webmaster, die einen Blog/Webseite aufbauen möchten?
Erstens: Nichts selber programmieren sondern auf fertige und sofort einsatzbereite OpenSource-Lösungen oder Scripte zurückgreifen. Die Anpassungen können schon lange genug dauern. Wenn man hier noch aus Eitelkeit von Grund auf alles selbst programmieren will, ist man hoffnungslos im Abseits.

Zweitens: Sich vom ersten Tag an „Hardcore“ um Traffic und um Leads kümmern.

Drittens: ein Händchen für das Schreiben professioneller Werbetexte entwickeln. Design ist fast schon egal. Wenn es später auch noch professionalisiert wird, ist das wunderbar und natürlich trotzdem empfehlenswert. Aber es kommt frühestens an vierter Stelle.

Webseiten von Tobias Knoof
www.digitale-infoprodukte.de
www.startupchecklisten.de
www.premiumminisites.de

Vielen Dank Tobias für das aufschlussreiche und spannende Interview.



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Keine Treffer

4 Responses to “Interview mit Infomarketing-Experte Tobias Knoof”

  1. Coach HenriNo Gravatar Says:

    Sehr aufschlussreiches und gutes Interview. Ich werde mir die Websites von Tobias Knooof auf jeden Fall näher anschauen.

3 Trackbacks

  1. Webmaster-Interview.de im Gespräch mit Tobias Knoof | Digitale-Infoprodukte.de Says:

    [...] http://www.webmaster-interview.de/interview-mit-infomarketing-experte-tobias-knoof/2009/09/ [...]

  2. Von den Profis lernen… Says:

    [...] Ein sehr empfehlenswertes Interview. Das komplette Interview findet ihr hier. [...]

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