Wer? Wie ? Was?

Der Name Webmaster Interview, verrät schon das meiste. Hier geht es um Interviews mit SEOs, Webmastern, Affiliates und Bloggern aus der Praxis und vielen anderen Menschen aus Fachbereichen des Internet Business.

Die Interviews sollen als Denkanstöße, Motivation und Ideenpool für angehende und fortgeschrittene Webmaster in ihren Fachbereichen dienen.

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Euer Fachgebiet ist Usability, Social Media Optimization, Search Engine Marketing oder Landing-Page Design?!?

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Interview mit Christian von meinungsfreiheit.li – “Alle Abmahnungen zusammen Betragen über 500.000,- € für den Blog“

meinungsfreiheit.liBitte stell doch dich und deine Blogs kurz vor.
Hallo Sascha, zuerst vielen Dank für das Interview. Ich glaube, das ist mein erstes Interview im Netz…
Ich betreibe zwei Blogs die unterschiedlicher eigentlich nicht sein könnten. Der eine, das ist der Blog zum Webmaster Directory. Im Webmaster Directory (WD)  habe ich ein paar Verzeichnisse in einer Liste gespeichert. Aktuell sind es glaube ich etwas über 1106. Im Blog zum Webmaster Directory halte ich die User des WD über die Vorgänge und News im WD auf dem Laufenden, kommentiere ein bisschen rund um das Thema Verzeichnisse. Wobei bei mir der Begriff Verzeichnisse sehr weit gefasst ist. Das zu erklären würde hier vermutlich den Rahmen sprengen.

Mein zweiter Blog ist ein vollkommen privates Projekt und läuft unter der Domain meinungsfreiheit.li, die Domain ist denn auch Programm. Zuerst wurde der Blog unter wissenswert.es publiziert. Irgendwann habe ich mal ein „heisses Eisen“ angefasst und Anwälte sind auf mich und meinen damaligen „Nameserverhoster“ zugegangen und wollten die Seite aus dem Netz haben. Es ging dabei um die Firma Ongate, die meiner Meinung nach mit Hilfe von Anwälten schlechte Kundenmeinungen aus dem Netz pushen wollte. Verschiedene unter Webmastern sehr bekannte Foren haben den Namen der Firma zensiert resp. die einzelnen Artikel gelöscht. Das hat mich masslos geärgert. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass eine Firma mit Hilfe des Rechts Meinungsäusserungen zu den eigenen Dienstleistungen einfach aus dem Web kippen kann. Also habe ich meinen Kollegen entlastet und mir die Domain meinungsfreiheit.li geschnappt. Obwohl inzwischen mehrere Abmahnungen in meinen Briefkasten geflattert sind, Drohungen auf Schadenersatz über weit mehr als 500‘000.- Euro und viele viele Angebote zur „Zusammenarbeit“ von diversen Anbietern bin ich bis jetzt standhaft geblieben. Sehr oft läuft es so, dass ich einen Anruf erhalte mit der Bitte einen Artikel zu löschen. Danach wird eine Zusammenarbeit vorgeschlagen („Sie können ja da auch noch etwas verdienen dabei“) und danach wird massiv gedroht mit rechtlichen Schritten. Die Absender findet man bei kleinen Firmen und Handwerkern bis hin zu sehr grossen Verlagen, die im deutschsprachigen Raum vertreten sind

Wieso hast du deine Blogs ins Leben gerufen?
Das ist eine gute Frage… den Blog zum Webmaster Directory als eine Infoquelle für die Nutzer des WD, meinen privaten Blog einfach weil ich eigentlich gerne schreibe.

Kannst du uns einige Eckdaten zu deinen Blogs geben?
Meinungsfreiheit.li hat etwa 2000 unique visits pro Tag, der Blog zum WD wird statistisch nicht überwacht, dürfte sich aber im Rahmen des WD bewegen bei rund 500 unique Visits pro Tag. Je nach Thema erhöht sich die Anzahl der Besucher etwas, was aber keinerlei Einfluss auf die abgegebenen Kommentare hat. Diese halten sich stark in Grenzen, evtl. auch, weil ich SEO-Kommentare gnadenlos lösche.

Welchen Wert legst du auf SEO und wie viele deiner Besucher kommen über Suchmaschinen?
Ich lege keinen Wert auf SEO. Ich bin der Meinung, Suchmaschinen sind nicht dazu da, um manipuliert zu werden. Allerdings versuche ich meine Seiten immer wieder für meine menschlichen Besucher zu optimieren und genau das Ziel verfolgen auch die Suchmaschinenbetreiber. Vielleicht taucht mein Blog meinungsfreiheit.li unter den verschiedensten Themen immer wieder auf der ersten Seite auf…
Etwa 50% meiner Besucher kommen über Bing und Google, 10% über die anderen Suchmaschinen und der Rest über Verlinkungen in Foren. Ein nicht unerheblicher Teil der Besucher kommt über Forenprofile, die vor einiger Zeit ein „lieber“ Mitmensch angelegt hat. Vermutlich wollte er meinen Blog meinungsfreiheit.li damit aus den Serps schubsen. Nach anfänglicher Aufregung habe ich mich damit abgefunden und gelernt, dass es keine schlechten eingehenden Links gibt. Im Gegenteil, mit einem Key aus dem pornografischen Bereich ist mein privater Blog noch immer recht weit vorne platziert ;-)

Welche Vermarktungsmethoden nutzt du auf den Blogs und mit welchen hast du die besten Erfahrungen?
Da bin ich leider ein absoluter „Versager“. Ich habe es noch nicht geschafft, mich für ein System zu entscheiden. Allerdings finanziere ich meinen Server und die Aufwendungen mit dem Schreiben von Texten recht gut. Durch meine kritische Betrachtungsweise sind meine Artikel recht beliebt und der Leser weiss, dass ich keine Birne für einen Apfel verkaufe. Aber wenn jemand auf mich zu kommt und mir ein gutes Konzept vorlegt, warum nicht?

Welche Methoden hast du genutzt, um deine Blogs bekannt zu machen?
Ich habe mich aktiv mit anderen Bloggern vernetzt, habe versucht mich in Foren einzubringen und meine Meinung dort genauso vertreten wie in meinem Blog. Dazu kam spätestens seit dem Fall Ongate ein Bekanntschaftsgrad, der sich von alleine gesteigert hat.

Was hältst du aktuell vom stark diskutierten Microblogging-Dienst namens Twitter?
Ich finde Twitter eine recht gute Sache. Auf der einen Seite bietet es die Möglichkeit, einfach mal Luft abzulassen. Ohne die Voraussetzung, Kenntnisse in einer Programmiersprache zu haben. Auf der anderen Seite sind die Anforderungen an den Schreibenden nicht so hoch, man muss nicht wirklich jeden Tag etwas twittern. Also ein guter Einstieg in den Internetstriptease ;-)

Dann gibt es noch eine weitere Möglichkeit, zu twittern. Ich nutze twitter um eine Kurzmeldung zu meinem Blog zu verbreiten. Es gibt viele, die meinen RSS-Feed nicht abonnieren aber meinen Twitter. Also biete ich damit meinen Lesern eine Alternative an.

Welche Blogs verfolgst du selbst regelmäßig?
Obwohl ich von der Firma G nicht viel halte, den Google Webmaster Zentrale Blog, diesen insbesondere in Zusammenhang mit dem Blog zum Webmaster Directory. Würde G nicht so viele Daten sammeln, die wären schon fast gut.

Für meinungsfreiheit.li kann ich eigentlich auf meine Blogroll verweisen. Die Aufnahme in meine Blogroll bedeutet allerdings nicht, dass ich der gleichen Meinung bin wie die Schreibenden auf den entsprechenden Blogs. Ich bin aber der Meinung, dass man auch die andere Seite sehen muss um sich selber eine Meinung bilden zu können.

Was würdest du rückblickend betrachtet auf deinen Blogs anders machen?
Ich würde meinen Blog meinungsfreiheit.li vermutlich strukturierter Aufbauen, mir zuerst überlegen was für technische Voraussetzungen ich benötige. Ich betreibe meinungsfreiheit.li auf S9Y, den Blog zum WD auf Wordpress. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile und bei beiden würde ich gerne etwas gemischtes davon haben. Ansonsten glaube ich zwar, nicht alles richtig gemacht zu haben… aber aus Erfahrungen lernt man und ohne die gemachten Fehler wären meine Blogs nicht das, was sie jetzt sind.

Dein Tipp für alle Blogger, die einen Blog aufbauen möchten?
Hui… muss ich nun aus dem Nähkästchen plaudern? Hmmm… das ist keine einfache Frage.

  1. Überlegt Euch, auf welchem System Ihr Euren Blog betreiben wollt. Wählt Ihr einen Blogdienst, seid Euch bewusst, dass Ihr Einschränkungen unterliegt und der Anbieter die Seite jederzeit schliessen kann. Schaut Euch ein bisschen um und vergleicht anderen Blog’s. Nehmt Kontakt auf zu den Bloggern, deren Blog Euch gefällt. Blogger sind in der Regel recht hilfsbereit, wenn es darum geht neuen Bloggern den Weg zu zeigen.
  2. Schreibt so, wie Euch der Schnabel gewachsen ist. Vermeidet Beleidigungen und kreuzt nicht mit Gott und der Welt die Klingen. Ein Blog ist ein elektronisches Tagebuch und keine Tageszeitung. Ich müsst drum nicht jeden Tag einen Artikel schreiben, aber was Ihr schreibt sollte einen gewissen Sinn ergeben. Für Statusmeldungen à la „War soeben auf dem Klo, Stuhlgang in Ordnung“ gibt es Twitter. Ein bisschen Tiefgang sollte schon vorhanden sein.
  3. Schreib ehrlich, seid Euch selber treu.
  4. Vergesst die Vermarktung und das Geld verdienen mit Eurem Blog. Wenn überhaupt sind es die allerwenigsten Blogger, die mit dem eigenen Blog Geld verdienen. Ich habe das Glück, angestrebt habe ich es aber nicht. Vielleicht funktioniert es genau aus diesem Grund.
  5. Zum Schluss, es braucht eine Menge Durchhaltevermögen. Ihr werdet mit Eurem Blog in den Suchmaschinen auftauchen und bald wieder verschwinden. Schreibt Euren Blog für Euch selber und nicht nur für die Suchmaschinen. Falls Ihr zum Thema Suchmaschinen etwas Hilfe braucht, wendet Euch an Bloggerplattformen wie bloggerstadt.de. Dort erhaltet Ihr von anderen Bloggern Ratschläge.

Vielen Dank an Christian für das Interview!



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